Grundsteuerreform

Grundsteuer

Informationen zur Reform und FAQs | Stand 28.04.2022

Im Rahmen der Grundsteuerreform müssen in Deutschland rund 36 Millionen Einheiten neu bewertet werden. Bewertungsstichtag ist der 01.01.2022. Damit die Bewertung neu erfolgen kann, müssen zwischen dem 01.07.2022 und dem 31.10.2022 sog. Feststellungserklärungen elektronisch bei ihrem zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Dies kann jeder Steuerpflichtige über das ELSTER-Portal (www.elster.de) selbst erledigen, sofern er einen Zugang besitzt. In dieser Angelegenheit dürfen auch Steuerberater und Grundstücks- bzw. Hausverwaltungen Hilfe leisten.

Ab April wird eine Informations-Hotline von der Finanzverwaltung zu dem Thema eingerichtet. Anfang Mai will die Finanzverwaltung in NRW an alle Eigentümer von Grundbesitz ein individuelles Informationsschreiben senden, in dem die vorliegenden und die benötigten Daten aufgelistet sind (Informationen FV NRW).

1. Wie läuft der Erklärungsprozess ab?

 

2. Welche Unterlagen und Angaben werden benötigt?

Allgemeine Angaben

  • Postalische Adresse (Lagebezeichnung) des Grundstücks
  • Grundbesitzerabgaben-Bescheid, Einheitswert-Bescheid oder Grundsteuermessbetrag-Bescheid
  • Grundbuchauszug (Grundbuchblatt, Gemarkung, Flurstück, Flur, Grundstücksfläche, Eigentümer und Anteile der Beteiligung)

Grundstücksart

  • Unbebautes Grundstück
  • Wohngrundstück (Ein-/Zweifamilienhaus, Wohneigentum, Mietwohngrundstück)
    • Baujahr Gebäude
    • Wohn-/Nutzfläche insg. bzw. der einzelnen Wohnungen
    • Anzahl Garagen-/Tiefgaragenstellplätze (nicht Carports oder Stellplätze)
    • ggf. Jahr der Kernsanierung
    • ggf. Jahr der Abbruchverpflichtung
  • Nichtwohngrundstück (bspw. Bürogebäude, Vereinsheime, Krankenhäuser, Sporthallen etc.)
    • Baujahr Gebäude
    • Brutto-Grundfläche
    • Anzahl Garagen-/Tiefgaragenstellplätze, Carports und Ähnliches
    • ggf. Jahr der Kernsanierung
    • ggf. Jahr der Abbruchverpflichtung

Besonderheiten

  • Erbbaurecht
    • Name und Anschrift des Erbbauverpflichteten
  • Gebäude auf fremden Grund und Boden
    • Name und Anschrift des wirtschaftlichen Eigentümers des Gebäudes
  • Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung

In Kürze folgen auch Informationen zur Land- und Forstwirtschaft.

3. Wie reiche ich meine Belege ein?

Für das systematische Zusammentragen der Daten werden wir Ihnen ein Online-Portal zur Verfügung stellen, über welches Sie die fehlenden Unterlagen und Informationen ergänzen können. Außerdem werden wir in Kürze eine Excel-Datei mit vordefiniertem Format bereitstellen, sofern Sie Angaben zu mehreren Objekten machen müssen. Sie können uns Ihre Belege selbstverständlich auch in Papierform einreichen. Hierzu folgen ebenfalls in Kürze weitere Informationen. Bitte reichen Sie vorher noch keine Belege herein!

4. Wie berechnet sich die neue Grundsteuer?

Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz = Grundsteuer

  • Grundsteuerwert: ermittelt das Finanzamt anhand einer Feststellungserklärung
  • Steuermesszahl: gesetzlich festgelegt
  • Hebesatz: legt Stadt beziehungsweise Gemeinde fest

5. Wie viel Kostet mich die Grundsteuer zukünftig?

Diese Frage lässt sich zum momentanen Zeitpunkt nicht beantworten und wir können Ihnen nach der Feststellungserklärung auch keine Berechnung zur Verfügung stellen. Die Berechnung ist noch nicht möglich, da die Gemeinden noch nicht die Hebesätze erhoben haben. Diese werden erst im Nachgang zum Feststellungsverfahren von den Gemeinden festgelegt. Der Gesetzgeber hat die Gemeinden zur Aufkommensneutralität angehalten. Das erklärte Ziel der Grundsteuerreform ist es, dass die Zahllast der Steuerpflichtigen gleich bleibt. Da sich die Berechnungsgrundlage geändert hat, müssen die Gemeinden nun anhand der ermittelten Grundsteuerwerte und Steuermesszahlen den Hebesatz so festlegen, dass dieses Ziel erreicht wird. Dabei kann es durchaus zu individuellen Unterschieden zum vorherigen Betrag kommen.

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